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Marburg, 05.02.2020

Strategiewerkstatt zum Thema Klimabildung

Unsere Gesellschaft steht in der kommenden Dekade vor großen Umwälzungen, und unsere Frage ist vor allem: Welche Rolle spielt Bildung darin?“ Dieser Frage widmeten sich Ann-Marie Weber und Dominik Werner vom kollektiv von morgen, in einer zweitägigen Strategiewerkstatt des Marburger Netzwerkes Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vom 24.-25.01.2020. Die beiden haben seit Oktober 2019 die Koordination des seit 7 Jahren existierenden Netzwerks vom Jugendwaldheim Roßberg übernommen.

Freitag Abend warfen sie nach den Grußworten von Stadträtin Kirsten Dinnebier vor einem gut gefülltem Saal in der Martin-Luther-Schule einen Blick auf die Begrifflichkeiten der BNE. „Während in den Siebzigern Jahren vor allem die reine Wissensvermittlung und das Erlernen von Verhaltensregeln im Vordergrund der Umwelterziehung stand, wurde die Umweltbildung in den Neunziger Jahren bereits praktischer. In den Nullerjahren rückte die globale Gerechtigkeit und das Bemühen um das Erhalten der Lebensgrundlagen mehr und mehr in den Vordergrund.“ berichtet Weber. Sie studierte genauso wie Werner in dieser Zeit an der Phillips-Universität Erziehungswissenschaften und besuchte bei Hartmut Bölts das interdisziplinäre Studienprojekt nachhaltige Bildung. Das Thema hat beide seit dem Ende ihrer Studienzeit nicht mehr losgelassen, beide arbeiten in diesem Bereich in Marburg und Umland und sind dadurch nah an aktuellen Debatten. So fährt Werner fort: „Seit 2015 fordern zudem die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN – die SDG´s einen anderen Umgang mit dem Bildungsbegriff, es geht mehr um politische Bildung, Beteiligungsprozesse und ganzheitliche Betrachtung der Lehr- und Lernumgebungen. “

Ebenfalls wichtig ist den beiden, von einem reinen Nachhaltigkeitsbegriff wegzukommen, der den Status Quo mehr oder weniger neutral hält. „Was wir brauchen, ist eine Kultur der Regeneration, in der wir in dem kommenden Jahrzehnt lernen innerhalb der Grenzen des Planeten ein gutes Leben für alle zu ermöglichen!“ Wie diese Art des Lernens ganz konkret aussehen kann, wurde am Samstag in der „BNE-Werkstatt“ von knapp dreißig Teilnehmenden, unter ihnen Studierende und Lehrende aus dem Bereich Psychologie, Sport und Naturwissenschaften, Lehrer, freie Dozenten sowie Menschen aus dem Forst- und Umweltbereich, gemeinschaftlich erarbeitet.
Die Moderation übernahm Alexander Sust, der die hessenweite Koordination der BNE-Regionalstellen innehat und Impulse aus den anderen Regionalgruppen einstreuen konnte. Für d
ie hessischen BNE Netzwerke hatte das Hessische Umweltministerium als Träger des Projekts im vergangenen Herbst eine Auszeichnung der UNESO Kommision erhalten. „ Dieser Preis unterstreicht die Bedeutung des regionalen Ansatzes zum Erreichen der Entwicklungsziele durch Bildungsangebote.“ ermutigt Sust die Teilnehmenden, auch mit kleinen Projekten vor Ort aktiv zu werden.

Konzentriert wurde an Konzepten für Lernorte gearbeitet, die nachhaltige Entwicklung konkret erlebbar machen. Auch die politische Interessensvertretung der BNE Netzwerke auf kommunaler Ebene, sowie die interne Weiterentwicklung desregionalen Netzwerk wurden intensiv diskutiert.Es ist uns mit der Werkstatt gelungen, neue und bereits länger Aktive im Bildungsbereich miteinander in Kontakt zu bringen. Das Wochenende hat gezeigt, dass es auf jeden Fall Bedarf an dem Netzwerk gibt und großes Interesse besteht, die Herausforderungen der kommenden Jahre hinsichtlich der Transformation der Bildungslandschaft anzugehen.“ freut sich Werner.

Die Veranstaltung wurde gefördert aus Mitteln zur Klimabildung durch das Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das regionale BNE Netzwerk plant in den kommenden Monaten weitere Vernetzungsveranstaltungen und ist offen für Interessierte Akteureaus Stadt und Landkreis: www.bne-marburg.de

 

Kontakt:

Nachhaltig Lernen Region Marburg
kollektiv von morgen e.V.
Dominik Werner und Ann-Marie Weber

bne@kollektiv-von-morgen.de

Tel: 0179 7755207 (Dominik Werner)